Lieber Staat, Finger weg von meinen Daten!

Nein zum Staatstrojaner!

Der Bundestag hat im Juni 2021 einem Gesetzesvorschlag der GroKo zugestimmt, der den Einsatz von sogenannten Staatstrojanern für Bundespolizei und Verfassungsschutz vorsieht. Auch wenn Sicherheit für die Bürger:innen ein wichtiges Anliegen ist, zeigt dieses Gesetz, wie nicht für mehr Sicherheit gesorgt wird, sondern lediglich der Datenschutz für die mehrheitlich unschuldigen Opfer solcher unsinnigen Maßnahmen verschlechtert wird. 

Staatstrojaner sind eine Software, die das Auslesen von Daten von deinem Computer oder Handy ermöglichen sollen. Damit solche Software jedoch überhaupt auf das Endgerät kommt, müssen Sicherheitslücken von Geräten, Betriebssystemen und co ausgenutzt werden. Solche Sicherheitslücken werden jedoch nicht nur von “staatlichen Hacker:innen” genutzt, sondern auch von Kriminellen, denen es bestimmt nicht um die Verhinderung von Straftaten geht. Ein Staat sollte eigentlich seine Bürger:innen schützen und damit ein Anliegen daran haben, Sicherheitslücken zu schließen – im Analogen wie im digitale Raum. Das eigene Interesse daran, Sicherheitslückem für Staattrojaner bestehen zu lassen, steht jedoch genau dazu im Konflikt.

Selbst wenn also die berechtigte Kritik an einem Überwachungsstaat vernachlässigt wird, wird die Sicherheit der Bürger:innen mit solcher Technik definitiv nicht verbessert. 

Ja zu Open Source!

„Es ist doch total unsicher, wenn jede:r in den Quellcode schauen kann!“ Das ist das wohl häufigste und größte Missverständnis, wenn über Open Source geredet wird. Denn in Wahrheit ist das Gegenteil der Fall: Da Open Source Lösungen meist über eine große Community aus Programmierer:innen verfügen, werden Sicherheitslücken meist schnell entdeckt und dann geschlossen. Außerdem ist es gar nicht möglich, absichtlich Sicherheitslücken zu implementieren, da diese sofort auffallen. In Closed Source Programmen dagegen dauert es meist lang, bis sogenannte White-Hat-Hacker:innen solche absichtlichen Lücken finden und öffentlich machen. Im Worst-Case ist es dann jedoch bereits zu spät und es gibt bereits Opfer von Cyber-Kriminalität

Abgesehen von Sicherheitsaspekten gibt es etliche weitere Vorteile von Open Source Lösungen. Einer der offensichtlichsten ist die freie Verfügbarkeit, sodass alle Menschen unabhängig von ihrem Geldbeutel dazu in der Lage sind, diese Software zu nutzen. Da der Code frei zugänglich ist, ist auch die Weiterentwicklung und Anpassung an die eigenen Bedürfnisse möglich. Wenn beispielsweise ein Bundesland eine Verwaltungssoftware programmieren lässt und als Open Source lizensiert, könnten andere Bundesländer die Software übernehmen und an ihre Verwaltungsstrukturen anpassen. Das spart nicht nur Geld, sondern ermöglicht einen Austausch, von dem alle profitieren und der so für Innovation sorgt.

Und noch mehr digitale Themen...

Neben Datenschutz und Sicherheit im Netz existieren etliche weitere Themen, die uns der wachsende Einfluss von Informationstechnik auf unseren Alltag beschert. Vom Umgang mit digitalen Abstimmungen und der Ablehnung digitaler Wahlen bis zu klassischen Digitalthemen, wie dem Ausbau der Infrastruktur und einer gerechten Verteilung von IT-Ressourcen.

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